Der Senf wurde als Würze von Fleischspeisen schon in der Völkerwanderungszeit verwendet. "Den Senf dazu geben" wurde zunächst in der Bedeutung gebraucht: "Durch Witze und Derbheiten ein Gespräch würzen", dann "das schärfste Wort dazu sagen", und schließlich erhielt es einen verächtlichen Sinn. (nach Heinrich Raab: Deutsche Redewendungen, Wien 1981)

Freitag, November 13, 2009

Paraskavedekatriaphobie?

Wer von Paraskavedekatriaphobie noch nie etwas gehört hat braucht sich keine Sorgen zu machen. Es ist weder ein Mutant der Schweinegrippe, noch ein weiterer Virus, der die Welt in Atem hält. Allerdings gibt es Menschen, die an dieser Phobie leiden. Übersetzt man dieses Wort versteht gleich jeder, um was es geht: Freitag - zehn - drei - Furcht. Betroffene werden diesen Bericht heute nicht lesen, denn ihre Angst vor dem heutigen Freitag den 13. lässt sie regungslos im Bett liegen bleiben. Reisen und Termine finden bei ihnen heute nicht statt. Der Gang zur Toilette ist das höchste Risiko, das sie eingehen. Gefahren lauern auch dort; Stolpern über die Klobürste, oder das Anschlagen des großen Zehes an der Türschwelle. Im Bett selber liegt man unruhig; die Decke oder das Bett könnten zusammenbrechen, ein Meteorit könnte durch das Schlafzimmerfenster einschlagen und die Nachbarin könnte sich beim Vermieter beschweren, dass man seinen Treppenputzdienst nicht verrichtet hat.
Statistisch wird wie immer alles widerlegt. An einem Freitag den 13. geschehen z.B. nicht mehr Verkehrsunfälle als an anderen Tagen. Dennoch gibt es die bekannten Einrichtungen, dass ein Hochhaus keine 13. Etage besitzt, die Formel 1 keinen Wagen mit der Startnummer 13 fahren lässt, oder dass ein Flugzeug keine 13. Sitzreihe hat. Ich glaube bei letzterem Beispiel ist das ziemlich egal, wenn der Flieger abstürzt. Leidvoll erinnern wir uns an den 11. September 2001. Vielleicht sollte man in diesem Zusammenhang, quasi als Relaunch die 11 als neue Unglückszahl erheben. Man muss auch nicht gleich übertreiben und aus Trotz die 13 als seine Glückszahl wählen. In der jüngeren Vergangenheit ist das Unglück mit der Zahl 13 am ehesten mit dem Flug von "Apollo 13" (bemannter Flug zum Mond 1970) verbunden. Doch am Ende kamen die Astronauten unversehrt zur Erde zurück und die Mission wurde als "erfolgreicher Misserfolg" bezeichnet.
Raus aus den Federn und ab in den Tag, Weckzeit: 13:13 Uhr.

Mittwoch, November 11, 2009

Selbstmord eines Torhüters

Robert Enke, der heiße Kandidat als Torhüter der Deutschen Fußballnationalmannschaft, hat zum letzten Mal gehalten. Er hielt einen Zug an seiner Weiterfahrt auf. Die Fußballwelt trauert mit Recht an seinem Entschluß. Depressionen eines Menschen eignen sich nicht, um darüber Witze zu machen. Zum Suizid gehört eine Menge Mut, dennoch sollte der Kreis der unmittelbar damit verbundenen Personen möglichst eingegrenzt werden. Enke hat allerdings einen Unschuldigen mit hineingezogen, dessen Leben nicht mehr so sein wird, wie es bisher war. Der Lokführer sitzt nun daheim, liest und sieht Berichte über den Freitod des Torwarts und muss sich immer wieder sagen, dass er ihn überfahren hat, vielleicht denkt er des öfteren sogar, dass er ihn umgebracht hat. Wer kann schon wirklich in einen Menschen wie Robert Enke reinschauen oder seine Beweggründe verstehen, doch es gibt andere Möglichkeiten sich das Leben zu nehmen. Für seine Hinterbliebenen ist es bereits schwer genug, und was ist mit dem Lokführer? Bei aller Liebe zu Enkes Schaffen für seinen Verein und dem Nationalteam sollte dies nicht übergangen werden.

Samstag, November 07, 2009

Bisher Schwein gehabt

Eben sah ich im TV Leichenberge, regelrecht verendete Menschen, mitten in Deutschland. Alles in Farbe. Es ließ nur den Schluß zu: Schweinegrippe! Jetzt geht es zu ende, jetzt kommt auch für mich die Strafe, des jahrelangen Schnitzelessens, jetzt schlägt der Schweinegott erbarmungslos zu. So makaber es klingt, es war ein Irrtum. Es handelte sich um eine nachbearbeitete Farbdokumentation der Greueltaten der Nazis an den Juden, Schwein gehabt! Die Bezeichnung Glücksschwein bekommt in diesen Tagen eine völlig andere Bedeutung, oder darf man sich als ein solches erst recht bezeichnen, wenn man noch nicht erkrankt ist? Angeblich kommt der Spruch "Schwein gehabt" aus dem Mittelalter, als bei Schießfesten der Verlierer als Trostpreis ein Schwein bekam. Ist schon richtig: Lieber ein Schwein in der Wohnung, als dessen Grippe im Körper. Derzeit gibt es die wenigsten Infektionen in Srilanka (19 Fälle). Auswandern? Impfen lassen?
Ich warte erst einmal darauf, wenn der erste Mensch an der Impfung stirbt und die nächsten Diskussionen beginnen.

Samstag, Oktober 31, 2009

Plötzlich...

Wenn etwas nicht gelingen will, mit dem man sich mitunter jahrelang versucht, vermischen sich die Gefühle, sobald man sich darauf extrem konzentriert. Nach dem Down beginnt die Fahrt nach oben und wieder zurück. Hinzu kommen die Zwischenstationen, bei denen man sich weder für die eine noch für die andere Richtung entscheiden kann. Wenn man ab und zu die Außenwelt wahrnimmt, begegnet man Menschen, die es offensichtlich besser hinbekommen, obwohl sie augenscheinlich auch keine Überflieger sind. Man geht an ihnen mit gespielter Sicherheit vorbei und wünscht sich in ihre Zufriedenheit hinein. Doch damit kommt man keinen Schritt weiter. Richtig nagt es, wenn zusätzlich ein Bekannter sagt, dass er plötzlich und niemals erwartend so lebt, wie er schon immer leben wollte. Plötzlich heißt, dass etwas Unerwartetes geschieht. Muss man darauf warten, oder kann man es erarbeiten? Wie aktiv beeinflußt man sein Leben, oder lebt man nur um aktiv zu sein?

Montag, Oktober 12, 2009

Die mit dem roten Stuhl

Seit geraumer Zeit springt mir ständig eine Werbung entgegen, die ich weitaus gefährlicher empfinde als die Schweinegrippe. Ein korpulenter Prominenter wirbt für ein megagroßes Möbelhaus und jeder Spot endet mit dem Satz: "...die mit dem roten Stuhl!"
Wie soll der Verbraucher helfen können. Blutungen aus Körperöffnungen sind eine ernste Sache. Viele scheuen den Gang zum Arzt, jedoch damit an die Öffentlichkeit zu gehen scheint ein ganz neuer Weg zu sein.
Gehen die Käufer in ein Möbelgeschäft, bei dem mindestens ein Mitarbeiter Rektalblutungen hat? Nicht dass es ansteckend wäre, aber wer würde ein Sofa kaufen wollen, auf dem solch ein Mitarbeiter bereits gesessen hat. Oder werben sie um Ärztekundschaft? Viele Prominente setzen sich für Aids ein, ist Hr. Ottfried Fischer jemand der auf Blutstuhl aufmerksam machen will?

Sonntag, Oktober 04, 2009

Kino: Die Frau des Zeitreisenden

Natürlich darf man als Fan von Zeitreise-Filmen an diesem Streifen nicht vorbeigehen. Die Romanvorlage, The Time Traveler's Wife von Audrey Niffenegger, erschien im Jahre 2003. Fans dieses Filmgenres seien jedoch gewarnt. Sie werden vergeblich auf echte Zeitreiseprobleme oder Paradoxa warten. In erster Linie ist es ein Liebesfilm, wie "Das Haus am See" (Sandra Bullock und Keanu Reeves).
Völlig unerwartet muss Henry (Eric Bana) immer wieder durch die Zeit reisen. Keine Vorwarnung ereilt ihn und plötzlich erscheint er nackt an irgendeinem Ort und in irgendeiner Zeit, zumindest hier lässt der "Terminator" grüßen. Die Beschaffung der Kleidung am Zielort spielt sich allerdings weniger brutal ab, als bei Arnie. Nie weiß Henry, wie lange er bleibt, ehe er wieder zurückreist. Die Erklärung für sein Phänomen, wird grob gesagt als genetischer Defekt bezeichnet. Bei seinen Reisen trifft er die 6 jährige Clare (Rachel McAdams), die er fortan immer wieder bereist und sie aufwachsen sieht. Schließlich werden sie, als Clare erwachsen ist ein Paar. Doch der Stress für Henry wird nicht besser. Es ist mühselig mitzuverfolgen, wann Henry in welchem Alter wo erscheint. Obwohl seine momentane Situation jedesmal in wenigen Sätzen erklärt wird, ist es nicht weiter wichtig. Das Paar erlebt Höhen und Tiefen, wie fast in jeder Beziehung, aber die sind vorprogrammierter, wenn einer der beiden Partner ein Zeitreisender ist.
Fazit: Wer die Zeit-, aber keine Liebesfilme mag, der erhält mit diesem Movie eine gesunde Mischung und kann seinen Partner, der es andersherum sieht, getrost ins Kino einladen.

Montag, September 28, 2009

Frank Walter -out, Guido - in and Angie happy

Das ist unsere neue Regierung, die Tigerentenkoalition. Vor der Wahl hatte sich die Bundeskanzlerin etwas zickig über die lustige Bezeichnung des Bündnisses geäußert. Als Guido in den Kinderschuhen steckte, etwa in der Mitte der 60 ziger Jahre, fand er kein Gefallen an seinem Spielzeug, erst als die Biene Maya im Fernsehen auftrat, war sein Gesicht ein einziger Mund. Mit 17, obwohl schon zu alt für die Kinderstunde, erkor er die gerade erschienene Tigerente zu seinem Glücksbringer und Spielgefährten. Nach langem, hartem Arbeiten in den letzten 11 Jahren, ist nun aus der lustigen Ente das politische Transportgerät für die nächsten 4 Jahre geworden. Wobei Guido als Außenminister besser andere Fahrzeuge nutzen sollte. Erstens sähe er ziemlich albern aus auf der Tigerente und bis er Amerika erreicht hätte, gäbe es Obama sicherlich nicht mehr als Präsidenten. Seine nächsten Ziele sind ersichtlich, wenn man sich das Bild näher betrachtet. Die Räder sind schwarz und müssen gelb werden.
Die Opposition ist im Moment nur grün dargestellt, denn das Rot wird noch entwickelt, wahrscheinlich ein Mix aus schwacher- bis blutroter Farbe. Wer weiß schon, welche Note Frank Walter, Gregor und Oskar in Kunst hatten.
Ach ja, Angie - sie ist einfach nur glücklich!