Der Senf wurde als Würze von Fleischspeisen schon in der Völkerwanderungszeit verwendet. "Den Senf dazu geben" wurde zunächst in der Bedeutung gebraucht: "Durch Witze und Derbheiten ein Gespräch würzen", dann "das schärfste Wort dazu sagen", und schließlich erhielt es einen verächtlichen Sinn. (nach Heinrich Raab: Deutsche Redewendungen, Wien 1981)

Donnerstag, April 15, 2010

Wessi-Arsch und Minus-Ossi

Deutschlands interner Aufreger der Woche ist die Klage einer ostdeutschen Frau vor dem Arbeitsgericht in Stuttgart. Sie fühlt sich von einem westdeutschen Arbeitgeber diskriminiert, da dieser ihre Bewerbungsunterlagen mit dem Vermerk "Ossi" auf dem Lebenslauf zurückschickte. Unschön ist dieser Vermerk auf jeden Fall, zumal er nichts über die Qualifikation der Frau aussagt. Was ist soviel besser am Wessi? Die frei verfügbare und überall erhältliche Banane? ARD und ZDF, oder dass er keinen Trabbi fahren musste? Dass er nach dem Krieg zumindest schon nach Italien fahren durfte und später Majorca eroberte? Vielleicht ist es auch das Privileg, wenn es als solches gewertet werden soll, die englische und nicht die russische Sprache zu erlernen.
Hätte es den Diktator nicht gegeben, würden "wir Deutsche", was wir dennoch alle sind, einfach miteinander leben und niemand käme auf solche Vermerke.
Und was heißt überhaupt "Ossi-Minus"? Steht dann beim Wessi ein plus? Wie heißt es in der Mathematik: Punktrechnung kommt vor Strichrechnung. So gesehen sind wir beide nichts.
Es grüßt ein genervter Wossi!