Der Senf wurde als Würze von Fleischspeisen schon in der Völkerwanderungszeit verwendet. "Den Senf dazu geben" wurde zunächst in der Bedeutung gebraucht: "Durch Witze und Derbheiten ein Gespräch würzen", dann "das schärfste Wort dazu sagen", und schließlich erhielt es einen verächtlichen Sinn. (nach Heinrich Raab: Deutsche Redewendungen, Wien 1981)

Montag, November 16, 2009

Whisky on the rocks

Die Wissenschaft fragt sich, ob es Wasser auf dem Mars gibt. Vor Kurzem finden sie Wasser auf dem Mond. Eine Sensation! Wasser am Südpol zu entdecken ist keine Kunst. Der Polarkreis hat viel exklusivere Getränke vergraben. Der britische Forscher Ernest Shackleton deponierte 1909 nach dem Scheitern seiner Expedition zwei Kisten Scotch in einer Hütte am Südpol. Festgefroren wurden sie nach 100 Jahren gefunden. Eine bessere Grundlage für die nächsten Marketing-Aktionen der Whisky-Firma sind kaum denkbar. Ist es in Zukunft nicht viel interessanter zu forschen, ob es Whisky auf dem Mars oder dem Mond gibt? Und der Werbespruch: "Unseren Whisky erhalten Sie im ganzen Universum!"

Freitag, November 13, 2009

Paraskavedekatriaphobie?

Wer von Paraskavedekatriaphobie noch nie etwas gehört hat braucht sich keine Sorgen zu machen. Es ist weder ein Mutant der Schweinegrippe, noch ein weiterer Virus, der die Welt in Atem hält. Allerdings gibt es Menschen, die an dieser Phobie leiden. Übersetzt man dieses Wort versteht gleich jeder, um was es geht: Freitag - zehn - drei - Furcht. Betroffene werden diesen Bericht heute nicht lesen, denn ihre Angst vor dem heutigen Freitag den 13. lässt sie regungslos im Bett liegen bleiben. Reisen und Termine finden bei ihnen heute nicht statt. Der Gang zur Toilette ist das höchste Risiko, das sie eingehen. Gefahren lauern auch dort; Stolpern über die Klobürste, oder das Anschlagen des großen Zehes an der Türschwelle. Im Bett selber liegt man unruhig; die Decke oder das Bett könnten zusammenbrechen, ein Meteorit könnte durch das Schlafzimmerfenster einschlagen und die Nachbarin könnte sich beim Vermieter beschweren, dass man seinen Treppenputzdienst nicht verrichtet hat.
Statistisch wird wie immer alles widerlegt. An einem Freitag den 13. geschehen z.B. nicht mehr Verkehrsunfälle als an anderen Tagen. Dennoch gibt es die bekannten Einrichtungen, dass ein Hochhaus keine 13. Etage besitzt, die Formel 1 keinen Wagen mit der Startnummer 13 fahren lässt, oder dass ein Flugzeug keine 13. Sitzreihe hat. Ich glaube bei letzterem Beispiel ist das ziemlich egal, wenn der Flieger abstürzt. Leidvoll erinnern wir uns an den 11. September 2001. Vielleicht sollte man in diesem Zusammenhang, quasi als Relaunch die 11 als neue Unglückszahl erheben. Man muss auch nicht gleich übertreiben und aus Trotz die 13 als seine Glückszahl wählen. In der jüngeren Vergangenheit ist das Unglück mit der Zahl 13 am ehesten mit dem Flug von "Apollo 13" (bemannter Flug zum Mond 1970) verbunden. Doch am Ende kamen die Astronauten unversehrt zur Erde zurück und die Mission wurde als "erfolgreicher Misserfolg" bezeichnet.
Raus aus den Federn und ab in den Tag, Weckzeit: 13:13 Uhr.

Mittwoch, November 11, 2009

Selbstmord eines Torhüters

Robert Enke, der heiße Kandidat als Torhüter der Deutschen Fußballnationalmannschaft, hat zum letzten Mal gehalten. Er hielt einen Zug an seiner Weiterfahrt auf. Die Fußballwelt trauert mit Recht an seinem Entschluß. Depressionen eines Menschen eignen sich nicht, um darüber Witze zu machen. Zum Suizid gehört eine Menge Mut, dennoch sollte der Kreis der unmittelbar damit verbundenen Personen möglichst eingegrenzt werden. Enke hat allerdings einen Unschuldigen mit hineingezogen, dessen Leben nicht mehr so sein wird, wie es bisher war. Der Lokführer sitzt nun daheim, liest und sieht Berichte über den Freitod des Torwarts und muss sich immer wieder sagen, dass er ihn überfahren hat, vielleicht denkt er des öfteren sogar, dass er ihn umgebracht hat. Wer kann schon wirklich in einen Menschen wie Robert Enke reinschauen oder seine Beweggründe verstehen, doch es gibt andere Möglichkeiten sich das Leben zu nehmen. Für seine Hinterbliebenen ist es bereits schwer genug, und was ist mit dem Lokführer? Bei aller Liebe zu Enkes Schaffen für seinen Verein und dem Nationalteam sollte dies nicht übergangen werden.

Samstag, November 07, 2009

Bisher Schwein gehabt

Eben sah ich im TV Leichenberge, regelrecht verendete Menschen, mitten in Deutschland. Alles in Farbe. Es ließ nur den Schluß zu: Schweinegrippe! Jetzt geht es zu ende, jetzt kommt auch für mich die Strafe, des jahrelangen Schnitzelessens, jetzt schlägt der Schweinegott erbarmungslos zu. So makaber es klingt, es war ein Irrtum. Es handelte sich um eine nachbearbeitete Farbdokumentation der Greueltaten der Nazis an den Juden, Schwein gehabt! Die Bezeichnung Glücksschwein bekommt in diesen Tagen eine völlig andere Bedeutung, oder darf man sich als ein solches erst recht bezeichnen, wenn man noch nicht erkrankt ist? Angeblich kommt der Spruch "Schwein gehabt" aus dem Mittelalter, als bei Schießfesten der Verlierer als Trostpreis ein Schwein bekam. Ist schon richtig: Lieber ein Schwein in der Wohnung, als dessen Grippe im Körper. Derzeit gibt es die wenigsten Infektionen in Srilanka (19 Fälle). Auswandern? Impfen lassen?
Ich warte erst einmal darauf, wenn der erste Mensch an der Impfung stirbt und die nächsten Diskussionen beginnen.